Leider haben sich weder die Vorhersagen der Wetterdienste noch die Realität in Sachen Wind geändert... es bleibt bei 1 Beaufort (in einzelnen Böen sogar 2).
Dafür ist die Nacht mit klarem Sternenhimmel wunderschön und die Nachtwachen haben nicht allzuviel zu tun. WÄhrend der morgentlichen Alleinwache des Skippers überqueren wir die seewärtige Grenze Spanien Portugal und ein rotes Morgengrauen liegt über den Gebirgszügen Iberia s. Über dem westlichen Horizont liegt Dunst, der immer weiter Richtung Land zieht und uns um kurz vor 1000 BZ erreicht - wir geben mind. alle 2 Minuten Schallsignal, laufen - wie auch immer Nachts - unter Radar und eingeschaltetem aktiven Radarreflektor.
Eine Stunde später haben wir Funkkontakt mit einem portugiesischem Such- und Rettungsflugzeug, das die französische 9,5 m Segelyacht Grinfolet sucht. DIese wird schon seit Törnbeginn in Bilbao vermisst, wie wir den täglichen NAVTEX-Berichten entnehmen konnten. Sie war Einhand von La Coruna nach Camaret sur Mer unterwegs und ist dort bislang nicht angekommen... Bei den Stürmen genau gegenan, keine schöne Etappe - schon gar nicht Einhand! Wir versprechen selbstverständlich zu informieren, sobald wir sie sehen sollten...
Der Nebel wird dichter - Sichtweiten bei geschätzt 50 m. Mittlerweile ist die ganze Crew wieder wach - was angesichts der regelmäßigen Schallsignale erstaunlich lange gedauert hat - und hält mit Ausschau. Bei verdächtigen Echos reduzieren wir sofort die Fahrt, bis die mögliche Gefahr vorüber ist. Ca. 1 Stunde vor Porto dann ein deutliches Echo querab, dass lt. unserem MARPA-System (erspart uns aufwändiges Radarplotten) mit weit mehr als 10 Knoten unterwegs ist - auf Kollisionskurs zu uns! Das Fahrzeug, das das Echo gibt, gibt keine Schallsignale, wir reduzieren die Fahrt, intensivieren den AUsguck und bekommen immer noch keine Schallsignal-Antwort... Dann plötzlich ein Schatten von Backbord, sofort jegliche Fahrt rausnehmen und vor uns schießt ein scheinbar militär-graues Maschinenfahrzeug vorbei... (vielleicht 50-100 m voraus) Als es sich lt. Radarecho entfernt, nehmen wir wieder Fahrt auf. Äußerst vorsichtig nähern wir uns weiter der Küste und Leixoes. Die Westmole können wir erst kurz vor ihr erkennen und laufen weiter in den Hafen, als von hinten ein Fischer angebraust kommt und uns winkt, wir sollen ihm folgen. Er überholt uns, reduziert seine Fahrt und geleitet uns bis zum Sporthafen, wo wir um 1530 festmachen.
Abends gehen wir schon wieder schön essen. |