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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


14.09.2007 
Lat 37° 04,498' N      Lon 008° 07,336' W
Das Ende des Segeltörns Bilbao Faro ist erreicht
Nord mit 2-4 Beaufort - das soll zum Segeln bis Vilamoura reichen. Faro selbst ist nicht bei jedem Tidenstand erreichbar und sehr eng...

Damit wir relativ früh da sind, laufen wir um 0810 aus und setzen gleich nach Verlassen der Baggerrinne und des Fahrwassers die Segel.

Mittags schläft der WInd vorübergehend ein, nachdem wir die ganze Zeit gut segeln konnten. Die Windpause nutzen ANdrea und Lars zur Badepause bei rund 22 Grad Celsius Wassertemperatur. Nach dem Schwimmen noch ein bißchen von der Yacht an Festmacherleinen hinterherziehen lassen und dann geht es weiter RIchtung Vilamoura. Wir segeln zunächst an Vilamoura vorbei und laufen dann zurück zum Hafen. Erst an den Rezeptionssteg, dort den Liegeplatz geweisen lassen und gegenüber winken schon Petra, Jürgen und Willi, für die morgen der Törn nach Marokko beginnt.

Am endgültigen Steg festgemacht, kommen die drei neuen per Wassertaxi an und dann gibt es ein großes Hallo kombiniert mit Anleger... ABends gehen wir alle gemeinsam essen...


13.09.2007 
Lat 37° 05,90' N      Lon 008° 39,89' W
Segeltörn von Sines nach Lagos
Natürlich wird mal wieder kein Wind vorhergesagt, aber ab Mittags haben wir trotzdem welchen!!! Wir kommen dann mit westlichen Winden mit 2-3 Beaufort sogar ganz gut voran, sodass wir gegen 1830 das Cabo Sao Vicente runden. Den Blick auf das Cabo im Abendlicht, dabei die Restpaella essen, zwischendurch mal wieder die schon fast täglich erscheinenden Delphine... ist das Leben schön... auch, wenn es wie heute mal ruhiger zugeht... die letzte Nacht steckt doch allen in den Knochen. Der Wind reicht bis zum Ponta da Piedade, also bis kurz vor Lagos. Den Rest inkl. Baggerrinne laufen wir dann unter Maschine, sodass wir um 2230 BZ, also 2130 Ortszeit an der Rezeption Berth fest machen können. Eine halbe Stunde hat die Rezeption noch auf, also schnell dort hin... doch die Mitarbeiter sind schön am Aufräumen und wollen keine Geschäfte mehr machen. Wenn wir in den Hafen wollen, sollen wir morgen früh ab 0900 BZ wieder kommen... so lange können wir an der Rezeption Berth liegen bleiben.... Wior genießen das Hafenkino anderer Art, in dem wir die gegenüber liegende Straße und die Menschen dort beobachten.


12.09.2007 
Lat 37° 57,04' N      Lon 008° 52,11' W
weiter geht es nach Sines
Umlaufend 0-2 ... so langsam können wir es nicht mehr hören!

Dabei dichte BEwölkung und ein aufziehendes Gewitter... na ja, auf geht es mit dem Törn nach Sines. Um 0940 legen wir ab, doch die Drehbrücke braucht dann doch noch 20 min, bis wir endlich auslaufen können. Ein paar Tropfen kriegen wir ab und je weiter wir uns aus dem Tejo und dem Land entfernen, desto diesiger wird es, doch es regnet nicht - sicherheitshalber haben wir das Bimini aufgespannt.

Gegen Nachmittag klart es bei steigendem Barometer ein bißchen auf und um 1730 BZ warten wir in Sines auf die frei werdende Tankstelle ... so lange üben wir mal anlegen. Kurz nach 1800 wird dann endlich DIesel gebunkert und um 1900 sind wir römisch-katholisch fest.

Nach dem flüssigem Anleger geht es hoch zum Castillo, wo es einen Supermarkt und Restaurants geben soll. Tatsächlich werden wir kurz vor Landenschluss fündig und kaufen den halben Laden leer - dabei gibt es gar nicht alles, was wir brauchen. Dann mit den Tüten zur Restaurantsuche... wir bleiben bei einem spartanisch eingerichtetem Lokal mit viel Atmosphäre und vielen Gästen hängen...

Für nur 50 EUR (Gesamtrechnung für 5 Personen) essen und trinken wir uns so richtig satt - dabei war es super lecker - sei es die Spezialität des Hauses oder der Wein oder der Nachtisch oder...

Die anderen Gäste waren hauptsächlich Segler aus anderen Nationen, die wir später versammelt in weiteren Lokalen treffen. Auf dem Weg nach Hause bleiben wir bei einer Kapelle und dem Laienprediger Lars stehen, der Fr. K und Herrn N. ehelicht...

In der folgenden Nacht wird zum Leidwesen der anderen Segler im Hafen noch lange gesungen... Wir fanden es toll!


11.09.2007 
Lat 38° 42,065' N      Lon 009° 10,123' W
Hafentag in Lissabon
Mal wieder ausschlafen und gemütlich frühstücken... Dann ein bißchen um die Yacht kümmern: das Bugstrahlruder hat schon seit Viveiro zu geringe Leistung - doch die zumindest gleichlautenden Vorschläge des Distributors und des Bordelektrikers bringen leider gar nichts. Na ja, dann wenigstens mal wieder nach der Logge tauchen, was Lars übernimmt... Gegen Mittag auf zum zweiten Frühstück in der Stadt - sogar der Skipper kommt trotz seiner Abneigung zu öffentlichen Verkehrsmitteln mit... und kehrt später schon mal zum Edelstahl putzen allein zurück während sich die Crew aufmacht zur Besichtigungstour - wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Den Rest des Tages wird die Crew beschreiben - der Rohtext sei schon fertig und muss nur noch elektronisch erfasst werden, damit er hier nach gepflegt werden kann...


10.09.2007 
Lat 38° 42,065' N      Lon 009° 10,123' W
Delphine wecken die Crew nauf dem Törn nach Lissabon
Zum Wind ist nicht viel zu sagen - außer das er nicht vorhanden ist.

Während ihrer Nachwache beobachten Heike und Andrea eine Zeit lang springende Fische ... und später dahinter die jagenden Delphine. Leider ist es noch Nacht und das Verfolgen des Schauspiels ist somit nicht ganz so einfach - aber eben doch beeindruckend. Später beobachten Lars und Peter Nebel und Wetterleuchten über Land.

Nach ENde seiner Nachwache bleibt Lars beim Skipper, da er nicht schlafen kann und entdeckt im Mar de Ericeira, 4 sm vor der Küste bei 70-80 m Wassertiefe, nach dem Morgengrauen auf uns zukommende Delphinschwärme. So hoch haben wir sie bislang noch nicht springen sehen... als sie die Yacht umschwärmen, springen sie nicht mehr so hoch, aber wir können deutlich das typische Fiepen hören, das wir alle noch vom Flipper-Film kennen.

Geräusche übertragen sich im bzw. unter Wasser viel deutlicher... Andrea liegt noch in der Koje und wird durch das Delphin-Fiepen geweckt. Ungläubig schaut sie aus dem Fenster und just springt ein Delphin daran vorbei... Sie eilt im Nachtshirt ins Cockpit - es ist leer: Lars und Skipper sitzen vorn im Bug und schauen den Delphinen zu, wie sie mit dem Bug der Anthana spielen - manchmal erwecken sie den Eindruck, als wenn sie sich vom Unterwasserschiff der Anthana streicheln lassen würden, sich dann auf die Seite drehen und mit einem Auge, Lars und Skipper beobachten...

Andrea hat sich zwischenzeitlich angezogen und und sitzt nun auch im Bug. Lars weckt Heike und Peter wg. Delphin-Alarm - normalerweise schläft Heike gerne lang, aber dieses Schauspiel ist es ihr wert, auch mal früher aufzustehen. Insgesamt dauert das Delphin-Schauspiel rund eine Stunde...

Später im Rio Tejo laufen wir am Torre de Belem und Heinrich dem Seefahrer vorbei - bis zum Doca da Alcantara, gegenüber der Jesus-Statue. Um 1430 machen wir römisch-katholisch fest und abends gehen wir mal wieder Essen. Diesmal haben wir nicht ganz so viel Glück und erwischen eine Touri-Falle nach der nächsten...


09.09.2007 
Lat 39° 52,415' N      Lon 009° 13,923' W
Törn von Leixoes nach Lissabon - erster Tag
WIe schon gesagt, wir wollen in Lissabon einen ganzen Hafentag verbringen und müssen uns diese Zeit erarbeiten - also auf zum nächsten 1,5 Tages-Törn mit Nachtfahrt.

Relativ früh aufstehen und schnell nur noch Diesel bunkern. Doch der Skipper hat die Dinge nicht hinreichend genug eruiert: Die Tankstelle ist nur bei halber Tide erreichbar - was zwar nicht aus dem Hafenhandbuch zu erkennen war, aber beim Hafenmeister hätte man doch am Vorabend alles klären können... So leihen wir uns eine zweirädrige Schubkarre und 4 25-l-Kanister und suchen die nächste Straßentankstelle auf, da man uns wg. einer Regatta nicht landseitig zur Bunkerstation läßt... Mit dem Schüttelschlauch gibt es wenigstens keine Sauerei beim Umtanken aus den Kanistern.

Die Wetterdienste versprechen uns wenigstens ein bißchen WInd bis 3 Beaufort, doch die Relaität hält es nicht - wir haben nur 0-1 Bft und das auch noch gegenan. Der Atlantik ist so spiegelglatt, wie es sich keiner von uns je vorstellen konnte. Nur eine ganz zarte Dünung von ca. 0,5 m ist zu spüren, die uns abends im Bild eine mehrfache Spiegelung der Sonne beschert.

Die Sichtigkeit lag morgens noch bei nur 500 m und nimmt im Tagesverlauf glücklicherweiser zu - mind. 5 sm, wie wir anhand von AIS-Daten unsere konkrete Sichtigkeit einschätzen können. Am späten Nachmittag sehen wir einen Hai, wie wir meinen, weil nach der markanten Rückenflosse eine weitere Dreiecksflosse (Heckflosse) im gleichbleibenden Abstand wedelnderweise zu sehen ist. Ob wir Recht haben?

Ansonsten genießen wir die Ruhe der Natur und des unglaublich endlosen Atlantiks und gehen in die Nacht mit der bewährten EInteilung: Skipper allein, Heike und Andrea, Lars und Peter, Skipper allein. Alle vertragen die Nachtwachen ausgezeichnet, verstehen sich gut, bleiben entspannt und harmonisch - garniert mit viel Spaß, Freude an der Natur und gutem Essen.


08.09.2007 
Lat 41° 11,153' N      Lon 008° 42,317' W
Nebeltörn bis Porto - Leixoes
Leider haben sich weder die Vorhersagen der Wetterdienste noch die Realität in Sachen Wind geändert... es bleibt bei 1 Beaufort (in einzelnen Böen sogar 2).

Dafür ist die Nacht mit klarem Sternenhimmel wunderschön und die Nachtwachen haben nicht allzuviel zu tun. WÄhrend der morgentlichen Alleinwache des Skippers überqueren wir die seewärtige Grenze Spanien Portugal und ein rotes Morgengrauen liegt über den Gebirgszügen Iberia s. Über dem westlichen Horizont liegt Dunst, der immer weiter Richtung Land zieht und uns um kurz vor 1000 BZ erreicht - wir geben mind. alle 2 Minuten Schallsignal, laufen - wie auch immer Nachts - unter Radar und eingeschaltetem aktiven Radarreflektor.

Eine Stunde später haben wir Funkkontakt mit einem portugiesischem Such- und Rettungsflugzeug, das die französische 9,5 m Segelyacht Grinfolet sucht. DIese wird schon seit Törnbeginn in Bilbao vermisst, wie wir den täglichen NAVTEX-Berichten entnehmen konnten. Sie war Einhand von La Coruna nach Camaret sur Mer unterwegs und ist dort bislang nicht angekommen... Bei den Stürmen genau gegenan, keine schöne Etappe - schon gar nicht Einhand! Wir versprechen selbstverständlich zu informieren, sobald wir sie sehen sollten...

Der Nebel wird dichter - Sichtweiten bei geschätzt 50 m. Mittlerweile ist die ganze Crew wieder wach - was angesichts der regelmäßigen Schallsignale erstaunlich lange gedauert hat - und hält mit Ausschau. Bei verdächtigen Echos reduzieren wir sofort die Fahrt, bis die mögliche Gefahr vorüber ist. Ca. 1 Stunde vor Porto dann ein deutliches Echo querab, dass lt. unserem MARPA-System (erspart uns aufwändiges Radarplotten) mit weit mehr als 10 Knoten unterwegs ist - auf Kollisionskurs zu uns! Das Fahrzeug, das das Echo gibt, gibt keine Schallsignale, wir reduzieren die Fahrt, intensivieren den AUsguck und bekommen immer noch keine Schallsignal-Antwort... Dann plötzlich ein Schatten von Backbord, sofort jegliche Fahrt rausnehmen und vor uns schießt ein scheinbar militär-graues Maschinenfahrzeug vorbei... (vielleicht 50-100 m voraus) Als es sich lt. Radarecho entfernt, nehmen wir wieder Fahrt auf. Äußerst vorsichtig nähern wir uns weiter der Küste und Leixoes. Die Westmole können wir erst kurz vor ihr erkennen und laufen weiter in den Hafen, als von hinten ein Fischer angebraust kommt und uns winkt, wir sollen ihm folgen. Er überholt uns, reduziert seine Fahrt und geleitet uns bis zum Sporthafen, wo wir um 1530 festmachen.

Abends gehen wir schon wieder schön essen.


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